Der gestrige Tag blieb auch nach den Vormittagspannen schwierig, obwohl ich auf Erholung von mir selbst am Abend gehofft hatte. Ich war mit der weltbesten Freundin Kerstin verabredet. Wir hatten geplant, die Welt mit ausreichend Prosecco etwas gnädiger zu stimmen und zu später Stunde von ihrer Wohnung auf den Kiez umzusiedeln. Dementsprechend tauchte ich um acht ohne Hund, aber mit neuen Schuhen bei ihr auf.Was mich dort erwartete, hatte allerdings wenig mit heiterer Partystimmung und dafür um so mehr mit Edward Albee in seinen besten Zeiten zu tun. Kerstin und ihr Freund befanden sich in einer der heftigsten und vermutlich auch letzten Krisen ihrer langjährigen Beziehung mit Kind (sie hatten erst vor drei Wochen ihr zehnjähriges Jubiläum mit einer großen Party gefeiert).
Als höflicher, und nicht zuletzt auch feiger Mensch wollte ich augenblicklich umkehren und den beiden das Feld überlassen, aber sie brauchten offensichtlich eine Art Schiedsrichter für ihren möglicherweise letzten Akt der Selbstzerfleischung. Zum Glück sind sie längst aus der Phase heraus, in der man noch den nötigen Elan für gegenseitige Körperverletzungen mittels Hausratzertrümmerung mitbringt.
Da sie sich seit mindestens fünf Jahren mit gleichbleibend unversöhnlichen Ansichten über dieselben Punkte ihrer Beziehung streiten, können sie das inzwischen mit der Routine langgedienter Bühnenschauspieler in ihrem Paradestück tun. Etwas Aufregung ist immer dabei, aber man ist sich seiner Rolle und seiner Position sehr sicher. Taucht mal etwas Unvermutetes auf, wie etwa ein verschüchterter Einwurf oder ein Stöhnen seitens des Schiedsrichters auf dem mittleren Sofa, wird spontan improvisiert.
Mir ist mal wieder deutlich geworden, daß sich mir die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen einfach nicht erschließen. Wie kann man sich seit fünf Jahren regelmäßig über die gleichen essentiellen Punkte streiten, ohne der Lösung auch nur ein minimales Stück näher zu kommen? Ich hätte mich da längst getrennt - was natürlich der Grund dafür sein dürfte, daß meine längste Beziehung nicht mal in die Nähe des 10. Jubiläums gerückt ist.
Die beiden können aus unerfindlichen Gründen nicht voneinander lassen, obwohl ihnen in immer kürzeren Abständen deutlich wird, daß beide ganz andere Vorstellungen mit einer Beziehung verknüpfen. Er will Sex. Möglichst variantenreich, möglichst experimentierfreudig und möglichst oft (was nach zehn Jahre Beziehung an sich schon an ein Wunder grenzt). Sie findet Sex schon nett, sucht aber eher intellektuellen Austausch, woran ihm wiederum ungefähr so gelegen ist wie an dem Wohlergehen chinesischer Reispflücker.
Ihrem Verständnis von Treue widerspricht schon ein harmloser Flirt in der Kantine, er läßt kaum eine willige Frau aus. Sie würde die Welt am liebsten zum Stillstand bringen, um sich nicht mit Veränderungen auseinandersetzen zu müssen. Er ist davon besessen, seiner Lebensführung wie auch seiner Optik ständig eine neue Richtung zu verpassen. Die Haarfärbemittel im Bad gehören ihm, nicht ihr. Sie will Sicherheit, er Intensität. Sie sucht den Kompromiß, er das Absolute.
Und trotzdem schaffen es beide, sich selbst jeweils so zu belügen, daß sie die meiste Zeit über das Gefühl haben, die Beziehung würde ihnen genau das geben, wonach sie immer gesucht haben. An schlechten Tagen wachen sie dann aber auf und müssen feststellen, daß sie ihren Partner eigentlich nur als Projektionsfläche, nicht aber als Person kennen.
atlanta - 2003-09-20 14:43:40
Außer der Reihe ein Kommentar nicht direkt auf den Text gemünzt, aber ich muß das jetzt mal loswerden: DANKE, DANKE, DANKE, Lyssa! Ich hatte schon den Glauben an die wahre Schreibkunst verloren. Hier bin ich nun fündig geworden auf der Suche nach einem würdigem Nachfolger für die verehrte Frau Buschheuer (nach hunderten, ermüdenden, fürchterlichen Diaries). Bitte, Lyssa, mach weiter so und hör bloß nicht so schnell auf mit deinen erfrischenden, lebensnahen und menschlichen stories.
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Außer der Reihe ein Kommentar nicht direkt auf den Text gemünzt, aber ich muß das jetzt mal loswerden: DANKE, DANKE, DANKE, Lyssa! Ich hatte schon den Glauben an die wahre Schreibkunst verloren. Hier bin ich nun fündig geworden auf der Suche nach einem würdigem Nachfolger für die verehrte Frau Buschheuer (nach hunderten, ermüdenden, fürchterlichen Diaries). Bitte, Lyssa, mach weiter so und hör bloß nicht so schnell auf mit deinen erfrischenden, lebensnahen und menschlichen stories.
emily - 2003-09-20 18:09:53
Ich habe mir diese Frage auch schon häufiger gestellt, wenn mir wieder jemand von seiner seltsamen Beziehung erzählte, die eine einzige Zerfleischerei ist, aber dennoch kein Ende zu nehmen scheint.
Vielleicht ist es die Angst, dass hinterher, wenn man alleine ist, alles noch schlimmer ist als zuvor.
Ich habe manchmal das Gefühl, diese Personen trauen es sich nicht mehr zu, alleine zu sein. Sie haben Angst, dass sie niemanden mehr finden und bleiben bei dem Altbewährten, was dann auf einmal gar nicht mehr so schlimm erscheint.
Ich bin da nicht sehr kompromissbereit. Ich kann auch nicht mit jemandem zusammensein, den ich nicht liebe. Es gibt ja erschreckenderweise auch da eine Menge Menschen, die solch eine Beziehung keiner Beziehung vorziehen.
Der Vergleich mit Frau Buschheuer... naja. (Nicht naja wegen Ihnen Frau Lyssa natürlich :-)
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Ich habe mir diese Frage auch schon häufiger gestellt, wenn mir wieder jemand von seiner seltsamen Beziehung erzählte, die eine einzige Zerfleischerei ist, aber dennoch kein Ende zu nehmen scheint.
Vielleicht ist es die Angst, dass hinterher, wenn man alleine ist, alles noch schlimmer ist als zuvor.
Ich habe manchmal das Gefühl, diese Personen trauen es sich nicht mehr zu, alleine zu sein. Sie haben Angst, dass sie niemanden mehr finden und bleiben bei dem Altbewährten, was dann auf einmal gar nicht mehr so schlimm erscheint.
Ich bin da nicht sehr kompromissbereit. Ich kann auch nicht mit jemandem zusammensein, den ich nicht liebe. Es gibt ja erschreckenderweise auch da eine Menge Menschen, die solch eine Beziehung keiner Beziehung vorziehen.
Der Vergleich mit Frau Buschheuer... naja. (Nicht naja wegen Ihnen Frau Lyssa natürlich :-)
Don - 2003-09-20 20:15:47
The big issue... Das ist ja auch eine gemeine Spiegelfechterei, wenn man es genau nimmt. Denn wie weiß ich denn, dass ich jemanden liebe? "Wenn ich ihn so sehr vermisse, dass es mir die Eingeweide zerreisst" höre ich da Stimmen aus dem Publikum. Jaja, sage ich, aber woher kommt der Schmerz? Weil er/sie nicht da ist, oder weil Du den Wunsch hast, dass er/sie da ist? Liebe scheint auch immer ein Spiel mit den eigenen Eitelkeiten zu sein. Man reibt dem anderen genau die Unzulänglichkeiten unter die Nase, die man selber auch hat, aber geschickterweise nicht zeigt. Man glaubt zu lieben, aber ab und an stellt man fest, dass man eigentlich nur mal wieder für einen Moment auf den Arm wollte.
Solche Beziehungen, wie Lyssa sie beschreibt, sind wahrscheinlich aus einer Art Liste, bzw. Multiple Choice Test entstanden. Man hat einen gemeinsamen Moment, hakt die Dinge, die einem wichtig sind ab, und gut ist. Ob die Dinge nur Fassade sind, und gezeigt werden, weil man weiß, dass der andere sie sehen will, spielt dabei schon häufig keine Rolle mehr. Hauptsache, die Liste ist halbwegs komplett. Nachher stellt man fest, dass die Fassade bröcklig wird und hat dann den Rest der Beziehungszeit damit zu tun, dass man die Risse kittet, was im übrigen mit geschlossenen Augen eine Zeitlang ganz prächtig klappt. Letztendlich scheinen die meisten Beziehungen aus 6 Monaten Sex, 3 Monaten "Und nu?" zu bestehen. Den Rest der anderen Jahren füllt man dann mit den Sätzen "Naja, vielleicht wirds ja wieder", "Das ist sicher nur so eine Phase" und "Er/Sie versteht mich einfach nicht".
Und das mit der Buschheuer.... nene, das würde bedeuten, dass Lyssa auch in ein Kloster gehen müsste. Und das will ja hier wohl keiner.
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The big issue... Das ist ja auch eine gemeine Spiegelfechterei, wenn man es genau nimmt. Denn wie weiß ich denn, dass ich jemanden liebe? "Wenn ich ihn so sehr vermisse, dass es mir die Eingeweide zerreisst" höre ich da Stimmen aus dem Publikum. Jaja, sage ich, aber woher kommt der Schmerz? Weil er/sie nicht da ist, oder weil Du den Wunsch hast, dass er/sie da ist? Liebe scheint auch immer ein Spiel mit den eigenen Eitelkeiten zu sein. Man reibt dem anderen genau die Unzulänglichkeiten unter die Nase, die man selber auch hat, aber geschickterweise nicht zeigt. Man glaubt zu lieben, aber ab und an stellt man fest, dass man eigentlich nur mal wieder für einen Moment auf den Arm wollte.
Solche Beziehungen, wie Lyssa sie beschreibt, sind wahrscheinlich aus einer Art Liste, bzw. Multiple Choice Test entstanden. Man hat einen gemeinsamen Moment, hakt die Dinge, die einem wichtig sind ab, und gut ist. Ob die Dinge nur Fassade sind, und gezeigt werden, weil man weiß, dass der andere sie sehen will, spielt dabei schon häufig keine Rolle mehr. Hauptsache, die Liste ist halbwegs komplett. Nachher stellt man fest, dass die Fassade bröcklig wird und hat dann den Rest der Beziehungszeit damit zu tun, dass man die Risse kittet, was im übrigen mit geschlossenen Augen eine Zeitlang ganz prächtig klappt. Letztendlich scheinen die meisten Beziehungen aus 6 Monaten Sex, 3 Monaten "Und nu?" zu bestehen. Den Rest der anderen Jahren füllt man dann mit den Sätzen "Naja, vielleicht wirds ja wieder", "Das ist sicher nur so eine Phase" und "Er/Sie versteht mich einfach nicht".
Und das mit der Buschheuer.... nene, das würde bedeuten, dass Lyssa auch in ein Kloster gehen müsste. Und das will ja hier wohl keiner.
Remy - 2003-09-20 20:23:29
First Time... Es ist jetzt ca. 3 Monate her das ich lyssaslounge entdeckt habe und auch das erste mal das ich mich zu Wort melde. Was ist das nur das man sich Tag für Tag die Erlebnisse und Erinnerungen eines fremden Menschen durchliest, mit der man nichts anderes verbindet als die Passion zum lesen und zum schreiben? Man folgt den Fussspuren durch ein fremdes Leben und ist fasziniert und gefesselt. Lyssa ist ein Mensch dem ich gerne begegnen würde, und bei begegnung doch nicht erkennen könnte. Warum ich dies schreibe? Um danke zu sagen für ein paar wirklich interessante einblicke, gute lacher und verschmitze grinser. remy
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First Time... Es ist jetzt ca. 3 Monate her das ich lyssaslounge entdeckt habe und auch das erste mal das ich mich zu Wort melde. Was ist das nur das man sich Tag für Tag die Erlebnisse und Erinnerungen eines fremden Menschen durchliest, mit der man nichts anderes verbindet als die Passion zum lesen und zum schreiben? Man folgt den Fussspuren durch ein fremdes Leben und ist fasziniert und gefesselt. Lyssa ist ein Mensch dem ich gerne begegnen würde, und bei begegnung doch nicht erkennen könnte. Warum ich dies schreibe? Um danke zu sagen für ein paar wirklich interessante einblicke, gute lacher und verschmitze grinser. remy
Thomas - 2003-09-20 23:42:29
Bitter, vor allem, wenn ein Kind involviert ist. Aus eigener, schmerzlicher Erfahrung würde ich sagen: Trennung, zumindest auf Zeit und wenn die nichts hilft, der alten Binsenweisheit folgen: Lieber ein Ende mit Schrecken... Auch wenn das Loch danach noch tief aussehen mag, man kommt wieder raus und kann sich in die nächste Matschgrube werfen :-).
Beziehungen sind was eigenartiges - ich glaub ich will keine mehr. Von daher könnte ich auch für Lyssa ins Kloster gehen... Wobei... Kein guter Plan... Dann schon eher Lyssa im Nonnenkostüm, das hätte was *läuchtende Augen krieg und sabber* :-)
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Bitter, vor allem, wenn ein Kind involviert ist. Aus eigener, schmerzlicher Erfahrung würde ich sagen: Trennung, zumindest auf Zeit und wenn die nichts hilft, der alten Binsenweisheit folgen: Lieber ein Ende mit Schrecken... Auch wenn das Loch danach noch tief aussehen mag, man kommt wieder raus und kann sich in die nächste Matschgrube werfen :-).
Beziehungen sind was eigenartiges - ich glaub ich will keine mehr. Von daher könnte ich auch für Lyssa ins Kloster gehen... Wobei... Kein guter Plan... Dann schon eher Lyssa im Nonnenkostüm, das hätte was *läuchtende Augen krieg und sabber* :-)
Kaltmamsell - 2003-09-21 03:08:41
"Liebe" ist mir ein zu wackeliges Konstrukt, als dass ich es zur Basis einer Lebenspartnerschaft machen möchte. Wie wäre es mit kaltherzigem Pragmatismus: "Unless you improve my life - forget it."
@Thomas: Deshalb ist es mir schleierhaft, wie sich jemand pro oder contra Beziehung als Institution aussprechen kann. Kommt nicht erst mal ein konkreter Mensch? Und dann formt sich eine zwischenmenschliche Beziehung, die unter den entsprechenden Voraussetzungen (s.o.) eine Partnerschaft wird?
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"Liebe" ist mir ein zu wackeliges Konstrukt, als dass ich es zur Basis einer Lebenspartnerschaft machen möchte. Wie wäre es mit kaltherzigem Pragmatismus: "Unless you improve my life - forget it."
@Thomas: Deshalb ist es mir schleierhaft, wie sich jemand pro oder contra Beziehung als Institution aussprechen kann. Kommt nicht erst mal ein konkreter Mensch? Und dann formt sich eine zwischenmenschliche Beziehung, die unter den entsprechenden Voraussetzungen (s.o.) eine Partnerschaft wird?
Susanne - 2003-09-21 04:06:21
Wow, Lyssa weitet das Feld aus. Aber bitte nicht eine zweite Frau Dr. Sommer. Wobei ... Son Krankenschwester-Outfit hätte ja auch was. *mal das sabbern Thomas überlasse*
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Wow, Lyssa weitet das Feld aus. Aber bitte nicht eine zweite Frau Dr. Sommer. Wobei ... Son Krankenschwester-Outfit hätte ja auch was. *mal das sabbern Thomas überlasse*
Axel - 2003-09-21 05:16:24
Hach, das mutiert ja langsam zum Fetisch-Outing hier. *zurücklehn, zuschau und vorstell*
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Hach, das mutiert ja langsam zum Fetisch-Outing hier. *zurücklehn, zuschau und vorstell*
Thomas - 2003-09-21 08:38:01
@Kaltmamsell: Ich sehe es so: Liebe ist nur eine der Säulen, auf denen eine Partnerschaft stehen sollte. Wackelt eine Säule, ist das vielleicht noch OK, wackeln mehrere, sollte man sich fragen, wieso man eigentlich noch zusammen ist. Ewig auf bessere Zeiten zu hoffen taugt in meinen Augen nicht als Beziehungsbasis. Dann lieber eine Trennung im Guten, bevor die Beziehung zum Schlachtfeld wird.
@Susanne: Nicht, dass ich Krankenschwester-Outfits unspannend fände, aber die Vorstellung, Lyssa im unschuldheuchelnden Nonnenkostüm zu sehen, ist wesentlich reizvoller *g*.
@Axel: Outting? Niemals! *Heiligenschein polier* :-)
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@Kaltmamsell: Ich sehe es so: Liebe ist nur eine der Säulen, auf denen eine Partnerschaft stehen sollte. Wackelt eine Säule, ist das vielleicht noch OK, wackeln mehrere, sollte man sich fragen, wieso man eigentlich noch zusammen ist. Ewig auf bessere Zeiten zu hoffen taugt in meinen Augen nicht als Beziehungsbasis. Dann lieber eine Trennung im Guten, bevor die Beziehung zum Schlachtfeld wird.
@Susanne: Nicht, dass ich Krankenschwester-Outfits unspannend fände, aber die Vorstellung, Lyssa im unschuldheuchelnden Nonnenkostüm zu sehen, ist wesentlich reizvoller *g*.
@Axel: Outting? Niemals! *Heiligenschein polier* :-)
Lyssa - 2003-09-21 10:21:31
Wow, ich hab neue Kommentatoren! Herzlich willkommen atlanta und Remy, und natürlich vielen Dank für das reichlich vergebene Lob. You made my weekend! Besten Dank auch für den Vergleich mit Frau Buschheuer, aber mich würden ihr aktueller Lebensweg eher abschrecken. Muffins backen im Tempel wäre schon nichts für mich, aber ihre derzeitige Frisur und Schreibabstinenz möchte ich erst recht nicht haben. Ich will aber nicht ausschließen, daß ich nicht in ein paar Jahren doch noch im Kloster lande. Dann aber in einem christlichen - ja, schon allein der Ordenstracht wegen. :-)
Nachtrag zum Eintrag: Ich war heute bei Kerstin zum Frühstück und wir haben uns noch mal lange darüber unterhalten. Die Tatsache, daß sie panische Angst vor dem Alleinsein hat, ist sicher auch ein Grund für die lange Dauer der Beziehung. Am meisten hält sie jedoch inzwischen das gemeinsame Kind, auch wenn sie selbst sich nicht sicher ist, wie weit das auch als Ausrede dient, an der Beziehung und dem gewohnten Leben festhalten zu können.
Heute ist definitiv einer der Tage, an denen ich mein eigenes Leben erfrischend unkompliziert und unbelastet finde.
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Wow, ich hab neue Kommentatoren! Herzlich willkommen atlanta und Remy, und natürlich vielen Dank für das reichlich vergebene Lob. You made my weekend! Besten Dank auch für den Vergleich mit Frau Buschheuer, aber mich würden ihr aktueller Lebensweg eher abschrecken. Muffins backen im Tempel wäre schon nichts für mich, aber ihre derzeitige Frisur und Schreibabstinenz möchte ich erst recht nicht haben. Ich will aber nicht ausschließen, daß ich nicht in ein paar Jahren doch noch im Kloster lande. Dann aber in einem christlichen - ja, schon allein der Ordenstracht wegen. :-)
Nachtrag zum Eintrag: Ich war heute bei Kerstin zum Frühstück und wir haben uns noch mal lange darüber unterhalten. Die Tatsache, daß sie panische Angst vor dem Alleinsein hat, ist sicher auch ein Grund für die lange Dauer der Beziehung. Am meisten hält sie jedoch inzwischen das gemeinsame Kind, auch wenn sie selbst sich nicht sicher ist, wie weit das auch als Ausrede dient, an der Beziehung und dem gewohnten Leben festhalten zu können.
Heute ist definitiv einer der Tage, an denen ich mein eigenes Leben erfrischend unkompliziert und unbelastet finde.
Novalis - 2003-09-21 13:35:13
°Sie sucht den Kompromiß, er das Absolute.° Also, sie ist Realistin und er ist Deutsche, immer suchend die Extreme, oder?
°... sie ihren Partner eigentlich nur als Projektionsfläche, nicht aber als Person kennen.° Es ist immer so, und das ist das Hauptteil unseres tragischen Lebens.
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°Sie sucht den Kompromiß, er das Absolute.° Also, sie ist Realistin und er ist Deutsche, immer suchend die Extreme, oder?
°... sie ihren Partner eigentlich nur als Projektionsfläche, nicht aber als Person kennen.° Es ist immer so, und das ist das Hauptteil unseres tragischen Lebens.
Susanne - 2003-09-21 13:49:22
@Lyssa - Sie ist doch schon längst allein.
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@Lyssa - Sie ist doch schon längst allein.
Darla - 2003-09-22 02:07:29
@Thomas: Lyssa im Krankenschwesternkostüm ist definitiv ansabbernswert - ich hab es gesehen:-)
Und an alle Unromatiker hier: Es gibt sie tatsächlich, die Beziehungen, die auf Liebe aufgebaut sind. Man muß halt nur alles tun, damit diese Liebe nicht anfängt marode zu werden. Und genau das ist die Kunst und die Schwierigkeit.
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@Thomas: Lyssa im Krankenschwesternkostüm ist definitiv ansabbernswert - ich hab es gesehen:-)
Und an alle Unromatiker hier: Es gibt sie tatsächlich, die Beziehungen, die auf Liebe aufgebaut sind. Man muß halt nur alles tun, damit diese Liebe nicht anfängt marode zu werden. Und genau das ist die Kunst und die Schwierigkeit.
Thomas - 2003-09-22 04:26:47
@Lyssa: Ich behaupte (aus Erfahrung), dass mensch sich in einer solchen Beziehung einsamer fühlen kann als ohne. Kinder dienen i.d.R. als Ausrede, weil man selbst Angst vor den Konsequenzen hat. Hat sich deine Freundin schon mal Gedanken darüber gemacht, dass das Kind gerade unter diesen Umständen leidet? Kinder sind für sowas äusserst sensibel. Auch hier Erfahrung: Als ich immer mehr einen "psychischen Knacks" bekam, meinte ein Arzt nur zu meiner Mum: "Was mit Ihnen ist, ist egal, aber tragen Sie Ihre Verantwortung für das Kind." Und verantwortliches Verhalten kann auch Trennung bedeuten. Meine 2 Cent dazu.
@Darla: Hast du Fotos? Ich zahle Schwarzmarktpreise :-)=)
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@Lyssa: Ich behaupte (aus Erfahrung), dass mensch sich in einer solchen Beziehung einsamer fühlen kann als ohne. Kinder dienen i.d.R. als Ausrede, weil man selbst Angst vor den Konsequenzen hat. Hat sich deine Freundin schon mal Gedanken darüber gemacht, dass das Kind gerade unter diesen Umständen leidet? Kinder sind für sowas äusserst sensibel. Auch hier Erfahrung: Als ich immer mehr einen "psychischen Knacks" bekam, meinte ein Arzt nur zu meiner Mum: "Was mit Ihnen ist, ist egal, aber tragen Sie Ihre Verantwortung für das Kind." Und verantwortliches Verhalten kann auch Trennung bedeuten. Meine 2 Cent dazu.
@Darla: Hast du Fotos? Ich zahle Schwarzmarktpreise :-)=)
Jona - 2003-09-22 05:29:14
Hallo Lyssa, lausche schon lange heimlich deinen herrlich-komischen Geschichten- dickes Lob aus Schnelsen für deinen spritzigen und tiefsinnigen Humor. So nun zum Thema, gebe Thomas absolut Recht, Kinder sollten außen vor bleiben-verstehe aber auch Kerstin nur zu gut. *Leidensschwester* Kann auch nicht zwischen "Liebe ich ihn?" oder "Will ich nur nicht alleine sein?" Gefühlen unterscheiden. Aber was ist Liebe? Stellen wir uns in unserer von Medien und Gütern beeinflussten Welt nicht etwas viel vor? Sind wir so naiv zu glauben, dass es irgendwo den Prinz gibt der uns aus unserem Dornröschenschlafdasein inklusive hässliches Entlein Image, all die Jahre nach uns suchend, befreit? Wahrscheinlich uns mit John Gray unter dem Arm wachküsst und fragt wie wir uns gerade fühlen...Bin im Moment mit meiner Verdrändungstheorie soweit das ich glaube unseren Eltern ergings ähnlich und die haben auch schon die 25 Jahre geschafft. Die hatten nur keinen Dr. Sommer der Ihnen erzählt das sie eigentlich unglücklich sind...
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Hallo Lyssa, lausche schon lange heimlich deinen herrlich-komischen Geschichten- dickes Lob aus Schnelsen für deinen spritzigen und tiefsinnigen Humor. So nun zum Thema, gebe Thomas absolut Recht, Kinder sollten außen vor bleiben-verstehe aber auch Kerstin nur zu gut. *Leidensschwester* Kann auch nicht zwischen "Liebe ich ihn?" oder "Will ich nur nicht alleine sein?" Gefühlen unterscheiden. Aber was ist Liebe? Stellen wir uns in unserer von Medien und Gütern beeinflussten Welt nicht etwas viel vor? Sind wir so naiv zu glauben, dass es irgendwo den Prinz gibt der uns aus unserem Dornröschenschlafdasein inklusive hässliches Entlein Image, all die Jahre nach uns suchend, befreit? Wahrscheinlich uns mit John Gray unter dem Arm wachküsst und fragt wie wir uns gerade fühlen...Bin im Moment mit meiner Verdrändungstheorie soweit das ich glaube unseren Eltern ergings ähnlich und die haben auch schon die 25 Jahre geschafft. Die hatten nur keinen Dr. Sommer der Ihnen erzählt das sie eigentlich unglücklich sind...
Thomas - 2003-09-22 08:22:52
@Jona: Liebe ist kaum zu definieren und sehr individuell und sie wandelt sich im Laufe der Jahre. Für mich sollte eine Beziehung auf Vertrauen, Offenheit, Gesprächsbereitschaft und Zuverlässigkeit basieren. Gelegentliche Schmetterlinge im Bauch sind ein nettes Ad-on :-).
Ob unsere Eltern bessere Beziehungen führten, wage ich zu bezweifeln (bin Scheidungskind *g*). Jedenfalls sitzen sich viele aus dieser Generation nach einigen Jahren schweigend gegenüber oder jeden Abend gemeinsam vorm Fernseher. Ob das Anspruch an eine Beziehung sein kann? Hausbau, Kinder und dann?
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@Jona: Liebe ist kaum zu definieren und sehr individuell und sie wandelt sich im Laufe der Jahre. Für mich sollte eine Beziehung auf Vertrauen, Offenheit, Gesprächsbereitschaft und Zuverlässigkeit basieren. Gelegentliche Schmetterlinge im Bauch sind ein nettes Ad-on :-).
Ob unsere Eltern bessere Beziehungen führten, wage ich zu bezweifeln (bin Scheidungskind *g*). Jedenfalls sitzen sich viele aus dieser Generation nach einigen Jahren schweigend gegenüber oder jeden Abend gemeinsam vorm Fernseher. Ob das Anspruch an eine Beziehung sein kann? Hausbau, Kinder und dann?
Kay - 2003-09-23 08:42:03
Aus meiner Erfahrung gibt es wenige Partnerschaften, die den Namen wirklich verdienen. Die Fehlerstelle ist immer dieselbe: Es wird geglaubt, daß sich ein einmal entstandener Zustand quasi selbstätig zementiert - Er/Sie liebt mich, sieht mich, achtet mich, und wird das immer tun. - Das Gegenteil ist der Fall. Beständig ist nur die Veränderung, heißt: Nicht den Kontakt verlieren, nichts für selbstverständlich halten, aufmerksam bleiben. Dann gibt es zwar oft Reibereien und Streit, weil man gerade gar nicht auf einem Level ist, aber im Gegenzug sind die Zeiten der Harmonie und Unterstützung auch echt und tragfähig. Alles furchtbar anstrengend aber unterm Strich dann unbedingt "improved life".
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Aus meiner Erfahrung gibt es wenige Partnerschaften, die den Namen wirklich verdienen. Die Fehlerstelle ist immer dieselbe: Es wird geglaubt, daß sich ein einmal entstandener Zustand quasi selbstätig zementiert - Er/Sie liebt mich, sieht mich, achtet mich, und wird das immer tun. - Das Gegenteil ist der Fall. Beständig ist nur die Veränderung, heißt: Nicht den Kontakt verlieren, nichts für selbstverständlich halten, aufmerksam bleiben. Dann gibt es zwar oft Reibereien und Streit, weil man gerade gar nicht auf einem Level ist, aber im Gegenzug sind die Zeiten der Harmonie und Unterstützung auch echt und tragfähig. Alles furchtbar anstrengend aber unterm Strich dann unbedingt "improved life".
grenzer - 2003-09-24 07:28:54
Da ist wohl Gewohnheit am Werk... und der Irrglaube, eine gescheiterte Beziehung als persönliche Niederlage zu sehen.
Nein... es passiert manchmal einfach so... das ist Gefühl... nicht Verstand.
Ein Stück gemeinsam gegangen, eine Schöne Zeit gehabt, aber nun kostet es zunehmend mehr Energie, Nähe zu erhalten.
Der richtige Zeitpunkt für eine Trennung tut auch noch richtig weh, in einem selbst, weil die schönste Zeit noch die Erinnerung prägt.
Viele trennen sich erst, wenn es nur noch dem anderen weh tut.
Auf & Davon
Komm mein Freund, ein letztes Mal
mach die Augen zu
und leg dich her zu mir, ganz nah
dein warmer Atem leckt mir Tränen vom Gesicht
Dein letzter Kuss fällt federweich auf meine Haut
nur tiefer geht er nicht
auf und davon
aus und vorbei
vertane Liebesmüh
ist nur vertane Zeit
Für dich mein Freund ist dieses Lied
tief im Dunkel meiner Seele
hab ich dich noch lieb
hab doch nur dir gezeigt, wo ich verleztlich bin
sei fair, verrat mich nicht an jeden
der es wissen will
auf und davon
aus und vorbei
vertane Liebesmüh
ist nur vertane Zeit
______________________________________
© T.Danz
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Da ist wohl Gewohnheit am Werk... und der Irrglaube, eine gescheiterte Beziehung als persönliche Niederlage zu sehen.
Nein... es passiert manchmal einfach so... das ist Gefühl... nicht Verstand.
Ein Stück gemeinsam gegangen, eine Schöne Zeit gehabt, aber nun kostet es zunehmend mehr Energie, Nähe zu erhalten.
Der richtige Zeitpunkt für eine Trennung tut auch noch richtig weh, in einem selbst, weil die schönste Zeit noch die Erinnerung prägt.
Viele trennen sich erst, wenn es nur noch dem anderen weh tut.
Auf & Davon
Komm mein Freund, ein letztes Mal
mach die Augen zu
und leg dich her zu mir, ganz nah
dein warmer Atem leckt mir Tränen vom Gesicht
Dein letzter Kuss fällt federweich auf meine Haut
nur tiefer geht er nicht
auf und davon
aus und vorbei
vertane Liebesmüh
ist nur vertane Zeit
Für dich mein Freund ist dieses Lied
tief im Dunkel meiner Seele
hab ich dich noch lieb
hab doch nur dir gezeigt, wo ich verleztlich bin
sei fair, verrat mich nicht an jeden
der es wissen will
auf und davon
aus und vorbei
vertane Liebesmüh
ist nur vertane Zeit
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© T.Danz
kah - 2003-09-26 09:17:15
Tamara Danz?
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Tamara Danz?
grenzer - 2003-09-26 12:18:30
@kah, genau :)
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@kah, genau :)