2003-10-12 - 16:33 - Der unfreiwillige Restauranttoilettentest
Zuerst mal ein ganz großes Danke an Euch alle für die vielen Geburtstagsglückwünsche via Mail, Gästebuch, in den Kommentaren oder per Telefon. Ihr seid einfach klasse!
Der Geburtstag selbst fing auch ganz hervorragend an. Ich wurde zu einem exzellenten vietnamesischen Essen eingeladen und um Mitternacht in einer Bar mit einem perfekten Ständchen und reichlich Alkohol sanft in den Geburtstag geschubst (ja genau, der 29,95ste). Am nächsten Morgen machten sich die Buchmessentage (dazu später natürlich noch mehr) zwar reichlich bemerkbar, aber ich mußte es ja auch nur noch irgendwie pünktlich zum Zug schaffen.
Als ich wieder in Bochum war, wurde mir schon irgendwie flau im Magen, aber ich schob das noch auf die große Müdigkeit und das unregelmäßige Lotterleben der letzten Tage. Abends, beim Geburtstagsessen mit Familie beim Lieblingsitaliener, wurde ich dann eines Besseren belehrt. Ich hatte mich gerade erst so richtig in den ausgezeichneten Hauptgang vertieft, als meine Eingeweide endgültig explodierten.
Während meine Familie also die Gelegenheit nutzte, um meine Nudeln mit Krebsfleisch unter sich aufzuteilen und in meiner Abwesenheit genüßlich die Fehltritte meiner letzten x Lebensjahre zu erörtern, hatte ich ausreichend Zeit, die sanitäre Einrichtung meines Lieblingsitalieners bis hin zur letzten Kachel zu studieren. (Warum liegt dort für solche Notfälle eigentlich nie Lektüre aus? Ich hätte zur Not sogar die Bäckerblume gelesen.)
Es dauerte rund zwei Stunden, bis ich mir endlich den etwa siebenminütigen Heimweg ohne größere Zwischenfälle zutraute - natürlich nur, um dann auf der heimatlichen Toilette mit Lektüre zu verschwinden. Wieder zwei Stunden später klopfte der arg vernachlässigte Herr Schulte zaghaft an die Badezimmertür, um mir mitzuteilen, daß er doch lieber wieder fahren und die Nacht allein zuhause verbringen wolle, anstatt weiterhin mit mir durch die geschlossene Tür zu kommunizieren.
Als er aber auf den elterlichen Hof kam, mußte er feststellen, daß sich sein Auto schon ohne ihn auf den Heimweg gemacht hatte, um nach etwa zehn Metern abschüssiger Strecke unsanft von einem ummauerten Gulli und einem sehr großen Blumentopf gebremst zu werden. Und dabei hatte er noch großes Glück, denn wäre das Auto auch nur einen halben Meter weiter nach rechts gerollt, so hätten es erst die beiden Autos unserer Nachbarn aufhalten können. Schon doof, wenn man zu unfähig ist den Gang drinzulassen und die Handbremse ordentlich anzuziehen.
Während wir dann den Schaden begutachteten, nutzte der Hund die Gunst der dunklen Stunde, um zu einer kleinen Abenteuertour aufzubrechen. Also mußten wir anschließend noch mit Taschenlampen bewaffnet und laut "Pitti" brüllend durch die Wattenscheider Pampa stromern, um den unternehmungslustigen Hund wiedereinzufangen. Die Folgen dieses kleinen Ausflugs wurden erst eine Stunde später deutlich, als nun auch der Hund erheblich mit seinem unterwegs aufgelesenen Mageninhalt zu kämpfen hatte. Den Rest der Nacht verbrachten wir gemeinsam würgend im Bad. Quite a bonding experience.
Heute konnte ich mich zum ersten Mal wieder für längere Zeit vom heimischen Bad entfernen und fuhr kurz zu Freunden, um zumindest noch ein wenig nachzufeiern mit Geburtstagskuchen und ähnlich ritualisierten Dingen. Bei dieser Gelegenheit schlug dann wieder der "Unheimliche Autofluch des Ruhrpotts" zu. Zur Abwechslung mal keine Delle, sondern mehrere Eier entlang der Beifahrerseite. Ich fürchte, hier wohnen wirklich nur Irre und die ganze Region ist eine einzige Freiluft-Nervenheilanstalt.

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Der unfreiwillige Restauranttoilettentest
2003-10-12
16:33
Zuerst mal ein ganz großes Danke an Euch alle für die vielen Geburtstagsglückwünsche via Mail, Gästebuch, in den Kommentaren oder per Telefon. Ihr seid einfach klasse!Der Geburtstag selbst fing auch ganz hervorragend an. Ich wurde zu einem exzellenten vietnamesischen Essen eingeladen und um Mitternacht in einer Bar mit einem perfekten Ständchen und reichlich Alkohol sanft in den Geburtstag geschubst (ja genau, der 29,95ste). Am nächsten Morgen machten sich die Buchmessentage (dazu später natürlich noch mehr) zwar reichlich bemerkbar, aber ich mußte es ja auch nur noch irgendwie pünktlich zum Zug schaffen.
Als ich wieder in Bochum war, wurde mir schon irgendwie flau im Magen, aber ich schob das noch auf die große Müdigkeit und das unregelmäßige Lotterleben der letzten Tage. Abends, beim Geburtstagsessen mit Familie beim Lieblingsitaliener, wurde ich dann eines Besseren belehrt. Ich hatte mich gerade erst so richtig in den ausgezeichneten Hauptgang vertieft, als meine Eingeweide endgültig explodierten.
Während meine Familie also die Gelegenheit nutzte, um meine Nudeln mit Krebsfleisch unter sich aufzuteilen und in meiner Abwesenheit genüßlich die Fehltritte meiner letzten x Lebensjahre zu erörtern, hatte ich ausreichend Zeit, die sanitäre Einrichtung meines Lieblingsitalieners bis hin zur letzten Kachel zu studieren. (Warum liegt dort für solche Notfälle eigentlich nie Lektüre aus? Ich hätte zur Not sogar die Bäckerblume gelesen.)
Es dauerte rund zwei Stunden, bis ich mir endlich den etwa siebenminütigen Heimweg ohne größere Zwischenfälle zutraute - natürlich nur, um dann auf der heimatlichen Toilette mit Lektüre zu verschwinden. Wieder zwei Stunden später klopfte der arg vernachlässigte Herr Schulte zaghaft an die Badezimmertür, um mir mitzuteilen, daß er doch lieber wieder fahren und die Nacht allein zuhause verbringen wolle, anstatt weiterhin mit mir durch die geschlossene Tür zu kommunizieren.
Als er aber auf den elterlichen Hof kam, mußte er feststellen, daß sich sein Auto schon ohne ihn auf den Heimweg gemacht hatte, um nach etwa zehn Metern abschüssiger Strecke unsanft von einem ummauerten Gulli und einem sehr großen Blumentopf gebremst zu werden. Und dabei hatte er noch großes Glück, denn wäre das Auto auch nur einen halben Meter weiter nach rechts gerollt, so hätten es erst die beiden Autos unserer Nachbarn aufhalten können. Schon doof, wenn man zu unfähig ist den Gang drinzulassen und die Handbremse ordentlich anzuziehen.
Während wir dann den Schaden begutachteten, nutzte der Hund die Gunst der dunklen Stunde, um zu einer kleinen Abenteuertour aufzubrechen. Also mußten wir anschließend noch mit Taschenlampen bewaffnet und laut "Pitti" brüllend durch die Wattenscheider Pampa stromern, um den unternehmungslustigen Hund wiedereinzufangen. Die Folgen dieses kleinen Ausflugs wurden erst eine Stunde später deutlich, als nun auch der Hund erheblich mit seinem unterwegs aufgelesenen Mageninhalt zu kämpfen hatte. Den Rest der Nacht verbrachten wir gemeinsam würgend im Bad. Quite a bonding experience.
Heute konnte ich mich zum ersten Mal wieder für längere Zeit vom heimischen Bad entfernen und fuhr kurz zu Freunden, um zumindest noch ein wenig nachzufeiern mit Geburtstagskuchen und ähnlich ritualisierten Dingen. Bei dieser Gelegenheit schlug dann wieder der "Unheimliche Autofluch des Ruhrpotts" zu. Zur Abwechslung mal keine Delle, sondern mehrere Eier entlang der Beifahrerseite. Ich fürchte, hier wohnen wirklich nur Irre und die ganze Region ist eine einzige Freiluft-Nervenheilanstalt.

Humbi - 2003-10-13 05:31:58
Nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Und gute Besserung! Ich bin gespannt auf Deine Buchmesse-Impressionen. Liebe Grüße,
humbi
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Nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Und gute Besserung! Ich bin gespannt auf Deine Buchmesse-Impressionen. Liebe Grüße,
humbi
van - 2003-10-12 23:28:26
das ist doch diese alte bekannte ruhrpott-tradition "süsses oder eier"... ;)
memo an mich selbst: bonbonkanone einbauen, bevor ich durch den ruhrpott muss...
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das ist doch diese alte bekannte ruhrpott-tradition "süsses oder eier"... ;)
memo an mich selbst: bonbonkanone einbauen, bevor ich durch den ruhrpott muss...
Chandler - 2003-10-13 06:19:18
Hi Lyssa, auch von mir natürlich noch herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich!!! Liebe Grüße aus Paris, Chandler :-)
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Hi Lyssa, auch von mir natürlich noch herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich!!! Liebe Grüße aus Paris, Chandler :-)
Liisa - 2003-10-13 08:11:25
Toll und ich wußte natürlich nicht, daß bzw. wann Du Geburtstag hast und darum bin ich zu spät dran, aber ich laß es mir trotzdem nicht nehmen und gratuliere herzlich!
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Toll und ich wußte natürlich nicht, daß bzw. wann Du Geburtstag hast und darum bin ich zu spät dran, aber ich laß es mir trotzdem nicht nehmen und gratuliere herzlich!
Susanne - 2003-10-13 08:46:18
Allerherzlichsten Dank, dass Du mir ausführlichere Beschreibungen des fäkalen Ausbruchs erspart hast. Die muß ich mir nämlich fast täglich als Erfolgserlebnis von meinem Göttergatten anhören. *grins und Dir/Euch Besserung für Ess- und Verdauungsverhalten wünsche*
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Allerherzlichsten Dank, dass Du mir ausführlichere Beschreibungen des fäkalen Ausbruchs erspart hast. Die muß ich mir nämlich fast täglich als Erfolgserlebnis von meinem Göttergatten anhören. *grins und Dir/Euch Besserung für Ess- und Verdauungsverhalten wünsche*
Lyssa - 2003-10-13 09:11:53
@Susanne: Wußtest Du schon vor der Hochzeit von diesem sonderbaren Erfolgsgehabe oder ist das neu? Vielleicht kann man die Ehe wegen Unzumutbarkeit des Sanitärverhaltens noch annullieren lassen? ;-)
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@Susanne: Wußtest Du schon vor der Hochzeit von diesem sonderbaren Erfolgsgehabe oder ist das neu? Vielleicht kann man die Ehe wegen Unzumutbarkeit des Sanitärverhaltens noch annullieren lassen? ;-)
lydia - 2003-10-13 09:29:34
Ein Geburtstag IM Pott AUF'm Pott.
Happy Birthday liebe Lyssa und lass es dir gut gehen.
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Ein Geburtstag IM Pott AUF'm Pott.
Happy Birthday liebe Lyssa und lass es dir gut gehen.
Susanne - 2003-10-14 04:38:21
@Lyssa - Die Karrenzzeit ist abgelaufen, aber ich vermute, dass seine Ansprüche auf Regress noch wesentlich höher sind. :-))
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@Lyssa - Die Karrenzzeit ist abgelaufen, aber ich vermute, dass seine Ansprüche auf Regress noch wesentlich höher sind. :-))