Der Samstag abend verlief zwar nicht im geringsten so wie geplant, verdient aber nicht zuletzt wegen seiner leicht surrealen Wendung einen Eintrag. Zunächst schleppte Q mich in ein Kabarett mit dem unheilverkündenden Namen "Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt". Nun lache ich zwar über kaum etwas lieber als über Anwälte, doch leider sind die meisten Witze auf diesem Gebiet nicht wirklich komisch (dubiose Formulierungen aus dem BGB verlieren ihren komischen Charakter spätestens nach dem dritten Lesen ... und das liegt bei mir schon sehr lange zurück). Also hatte ich nicht so richtig Lust auf das Kabarett, fand es aber irgendwie rührend, daß Q an mich gedacht hatte und willigte deshalb ein. Q wiederum hat auch keine Lust, was ich aber nicht wußte, und wollte nur meinetwegen dahin. Leider haben wir uns diese nicht ganz unerhebliche Tatsache erst unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung eingestanden - da hatten wir die Karten aber längst gekauft. Tja, Kommunikation ist eben doch alles.
Die Show war dann sogar noch schlechter als befürchtet. Der Kabarettist betrat die Bühne, und es war sofort klar, daß er zwar sehr bemüht, aber leider nicht witzig ist. Das Niveau war dürftig, die Witze sogar noch älter als die altbackenen Brezeln, die man im Foyer erstehen konnte (da sie nicht wirklich eßbar waren, fragte ich mich die ganze Zeit, ob sie wohl zum Werfen dienen sollten), und natürlich hat er nach dem Runterbeten sämtlicher Klischees noch "lustige" Passagen aus dem BGB vorgelesen. Unsere gute Kinderstube (na ja, meine zumindest ;-)) verbot es uns, sofort wieder zu gehen, aber in der Pause ergriffen wir umgehend die Flucht.
Soviel schlechter Witz macht hungrig, also wollten wir noch irgendwo den lauen Sommerabend genießen und dabei was essen. Doch auch das sollte komplizierter werden als erwartet. Der passende Ort war zwar schnell gefunden, das Essen noch schneller gewählt, doch danach passierte lange Zeit nichts ... absolut gar nichts. Doch, natürlich herrschte reges Treiben, und alle um uns herum bekamen das Gewünschte, doch uns hatte die Küche leider vergessen. Wir mußten insgesamt rund eine Stunde warten, bekamen dafür aber immerhin noch leckere Cocktails serviert (das Cocktail-Motto zog sich wie ein roter Faden durch die letzte Woche, was soll mir das sagen?).
Da man aber nach einem so späten Mahl nicht sofort ins Bett gehen sollte, sofern man nicht Schlafstörungen und unerquickliche Albträume riskieren will, nahmen wir kurzentschlossen die Einladung von Freunden an, doch noch auf einen Drink bei ihnen ganz in der Nähe vorbeizuschauen. Ich muß dabei betonen, daß wir dabei einer Einladung folgten und unmittelbar vor unserem Besuch nochmals anriefen, also keineswegs unerwartet kamen. Sonst wäre die nun folgende Begegnung nämlich keineswegs so überraschend gewesen.
Maximilian öffnete uns bei unserer Ankunft noch ganz normal die Tür, doch das Wohnzimmer, sonst penibel aufgeräumt, fanden wir in eine reich mit Kissen bestückte Lagerstatt verwandelt vor, auf der uns Maret begrüßte. Sie räkelte sich dabei träge zwischen den Kissen und war nur mit einem knappen, sehr durchsichtigen schwarzen Negligé bekleidet, das neben viel Haut auch ihren schwarzen Spitzenslip bestens zur Geltung brachte. Sie umarmte uns freudestrahlend (was mir die Gelegenheit gab, meine Gesichtszüge wieder zu ordnen) und reichte uns gleich einen Martini. Was soll ich sagen ... der Abend wurde noch sehr vergnüglich, blieb aber doch irgendwie sehr surreal. Aber ans Martini trinken mit leicht bekleideten jungen Frauen könnte ich mich durchaus gewöhnen ...
Schon gelesen?
2004-03-11 - Umzug!
2004-03-09 - Wenn man sie nur ließe ...
2004-03-08 - C.
2004-03-05 - Brot, so oder so
2004-03-04 - Aus die Maus