Als bekennender Sprach-Fetischist predige ich ja seit Jahren, daß man viel mehr auf Rechtschreibung und korrekte Grammatik achten müßte (ich bin schließlich nicht ohne Grund Mitglied im "Grammar Bitch"-Diaryring). Meist vergeblich. Dabei erleichtern gute Sprachkenntnisse das Leben ungemein.
Heute aber habe ich endlich den Beweis für meine These und damit zugleich wichtige Unterstützung erhalten. Mein Dank dafür geht, wie üblich, an die FAZ.
Darin war nämlich heute über einen großangelegten und ebenso großartig gescheiterten Betrugsplan zu lesen. Der Plan an sich war gar nicht mal so schlecht, doch leider stolperten die hoffnungsvollen Schurken über ihre sprachliche Unzulänglichkeit.
Sie hatten amerikanische Staatsanleihen im Wert von 125 Milliarden Dollar gefälscht. Diese boten sie dann einem Wertpapierhaus als Sicherheit für einen Kredit über 650 Millionen Dollar an. Das Geld aus dem Kredit sollte angeblich für humanitäre Aktionen verwendet werden.
Leider war jedoch keines der fünf Bandenmitglieder - zwei Amerikaner, ein Mexikaner, ein Franzose und ein Mann aus der Elfenbeinküste - der englischen Sprache wirklich mächtig. Und so stand auf den angeblichen Wertpapieren als Nennwert "One Hundred Million Dollar" angegeben.
Korrekt wäre jedoch "Dollars" gewesen. Zum Glück gibt es aber noch Menschen mit ausreichend Sprachkenntnissen, und das Fehlen dieses kleinen Kringels fiel auf. Statt Vorruhestand in der Karibik erwartet die Sprachpfuscher jetzt also ein jahrelanger, kostenloser Sprachkurs in einer gutgesicherten staatlichen Institution.
Sagt mir eines Tages nicht, ich hätte Euch nicht oft genug gewarnt!
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