Am Donnerstag versprach die Hamburger Morgenpost den hitzegeplagten Bewohnern der Hansestadt Abkühlung in Form einer großen Wasserschlacht. Die Feuerwehr wollte um 16:30 in einem Park literweise Wasser auf die ausgedörrten Pflanzen und überhitzten Menschen spritzen. Ein wenig lokale C-Prominenz sollte sich auch dazugesellen, um den Pressetroß mit ausreichend Bildmaterial zu versorgen.
Feuerwehr (auch bei der Hitze äußerst appetitlich anzusehen, die Jungs), Fotografen und Reporter tauchten in großer Anzahl pünktlich auf, was fehlte waren allein die zu erfrischenden Menschenscharen. Offensichtlich hatte man entweder die hanseatische Arbeitsmoral unter- oder den Trend zur öffentlichen Bloßstellung bei Volksfesten überschätzt. Einzig und allein drei nackte kleine Kinder wollten sich den Anweisungen der Fotografen entsprechend in den Regen aus dem Feuerwehrschlauch begeben.

Irgendwo am Rand standen kichernd drei junge Cheerleader in kurzen Röckchen und ein einzelner Blue Devil amerikanischer Herkunft, der sich leider nur im Tausch gegen meine Handy-Nummer nackt zu den Kindern gesellen wollte. Er mußte angezogen bleiben.
Etwas später tauchten dann für etwa drei Minuten die Hauptdarsteller des Abba-Musicals "Mamma mia" auf, die in ihren 70er-Jahre-Polyester-Anzügen nicht nur deplaziert wirkten, sondern auch ganz offensichtlich grausam schwitzten. Und trotz dieses Debakels las sich der mit den drei nackten Kindern bebilderte Bericht in der Mopo am nächsten Tag so als hätte man eine grandiose Party verpaßt. Image ist eben alles.
Erfolgreicher verlief da der Badetag meiner Freundin Julia, der ich auch an dieser Stelle noch mal ganz herzlich zum Geburtstag gratuliere! Sie ist die einzige mir bekannte Richterin, die ihre Urteile bei diesen Temperaturen im Badeanzug in der Ems stehend diktiert.
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