Mein armer Hund hat mysteriösen Haarausfall, der vor allem am Hals kahle Stellen hinterläßt und das fledermausartige Tier noch zerrupfter aussehen läßt als gewöhnlich. Also habe ich ihn zum Tierarzt meines Vertrauens geschickt, der etwas von erhöhten Lipasewerten murmelte, eine radikale Ernährungsumstellung verordnete und mir als Dreingabe mehrere Tüten mit Pülverchen in die Hand drückte.
Darunter ist auch ein Pulver, das angeblich den Haarwuchs anregt und wie krümeliger Kakao aussieht. Es riecht auch wie Kakao, was mich ein wenig mit den hohen Tierarztkosten versöhnt hat, denn der Hund riecht zur Abwechslung mal nicht faulig, sondern schokoladig aus dem Maul. Leider war auch die Tüte mit dem Pulver krümelig, so daß ich das Zeug in eine alte Dose umfüllen mußte, auf der jetzt zwar nicht der Name des Pulvers steht, aber handschriftlich der Hinweis "1 El täglich".
Diese sonderbare Beschriftung konnte Q allerdings nicht davon abhalten, in die Dose zu gucken, das Pulver für krümeligen Kakao zu halten und beherzt einen Eßlöffel davon in seine Milch zu rühren. Nach etwa einem halben Becher von dem Gemisch beschwerte er sich dann bitterlich, das Zeug sei nicht besonders löslich und würde auch nicht wirklich gut schmecken. Ich solle mal meine Vorräte überprüfen und abgelaufene Sachen wie den Kakao endlich entsorgen.
Es ist Wochenende und man kann nicht mal den Tierarzt anrufen, um zu fragen, wie das Krümelzeugs auf menschliche Haarwurzeln wirkt. Wir können nur abwarten und kontrollieren, bei wem sich der Pelz zuerst verdichtet. Und ich dachte immer, nur die Kombination von Hunden und Kindern im Haus sei schwierig.
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