Mein Vater liest seine Zeitung oft online, kauft im Internet ein und schickt mir gelegentlich Mails. Meine Mutter hingegen weiß nicht einmal wie man den Videorekorder bedient, geschweige denn wo der PC eingeschaltet wird. Sie will auch gar nicht wissen wie das geht.
Und trotzdem hat sie vor einigen Tagen voller Stolz verkündet, daß ein Text, den sie für irgendein Kinderschutz-Projekt geschrieben hat, jetzt auch online zu lesen ist. Natürlich hatte sie keine URL parat (wahrscheinlich hält sie URL für eine gefährliche asiatische Herzkrankheit), ich seufzte bedeutungsvoll und wechselte das Thema.
Im Anschluß an unser Telefonat muß sie dann meinen Bruder gebeten haben, die URL ausfindig zu machen. Aber anstatt ihn dann auch gleich den Link an mich mailen zu lassen, hat sie ihn den Text offensichtlich ausdrucken lassen. Denn genau dieser Ausdruck landete heute auf dem herkömmlichen Postweg in meinem Briefkasten.
Ja, Mama, Du hast recht. So gesehen ist das Internet wirklich keine große Arbeitserleichterung.
******************* Auch im neuen Jahr bleibt Ihr von Werbung in eigener Sache nicht verschont: Die neue Kolumne ist online.
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