2003-08-15 - 23:02 - New York State of Mind
Heute war einer dieser Tage, an denen mich Mr. Murphy offensichtlich ganz besonders konzentriert ins Visier genommen hatte, um der Welt die Wirksamkeit seines hinterlistigen Gesetzes zu demonstrieren. Vielleicht hätte ich auch einfach weniger enthusiastisch aus dem Bett springen, bzw. von der Matratze rollen sollen.
Aber schließlich hatte Heiko, der Mann der alles kann, sein Kommen für 10 Uhr morgens angekündigt und die Telekom wollte pünktlich meinen DSL-Anschluß freischalten. Splitter, WLAN-Router, zahllose Installations-CDs und ähnlich furchteinflößendes Zeugs standen schon seit Tagen in meiner Schreibstube herum. Ich sah aufgeregt (und reichlich naiv) einer rosigen Zukunft mit atemberaubend schneller Flatrate entgegen - und mich schon dekorativ bei Kerzenschein surfend auf das rote Sofa drapiert.
Zusammen mit Heiko schlich sich pünktlich um 10 Uhr Mr. Murphy mit einem gehässigen Grinsen durch die Tür. Die Installation der Hardware sah auf den ersten Blick tatsächlich nicht kompliziert aus, auf den zweiten Blick mußten wir dann feststellen, daß ich eine uralte Telefondose habe, die noch aus den Kindertagen privater Telephonie stammen mußte.
Mein Vormieter hatte die ISDN-Anlage zwar mit viel Draht und noch mehr Kreativität angebastelt, doch der vorliegende Standardstecker wollte auch mit viel Überredungskunst nicht mal in die Nähe der Uralt-Dose gehen. Das Callcenter versprach, innerhalb der nächsten Wochen (!) einen Mitarbeiter vorbeizuschicken, der die Dose gegen ein zeitgemäßes Modell tauschen sollte.
Erst die fünfte Mitarbeiterin zeigte überraschend viel Verständnis und verwies mich an die Störungsstelle. "Eine funktionierende Dose ist aber keine Störung." - "Ich fühle mich aber extrem gestört. Und ich fürchte, ich werde Sie auch extrem stören müssen." Man versprach, mir am Abend einen Mitarbeiter vorbeizuschicken.
Gegen 18:30 Uhr tauchte dann auch tatsächlich ein sehr freundlicher Mitarbeiter des Entstörungs-Kommandos auf und meine rosigen Träume rückten wieder in greifbare Nähe. Er wechselte die Dose aus, warf einen Blick auf meine Hardware, einen etwas längeren auf meinen verzweifelten Gesichtsausdruck und bot mir an, alles drumherum auch noch schnell zu installieren. "Ist eh meine letzte Schicht heute."
Ich kochte Kaffee, der freundliche junge Mann ließ sich an meinem Rechner nieder, Mr. Murphy verzog gehässig das Gesicht - und der Strom war weg. Nicht nur bei mir, sondern im gesamten Viertel. Und es sollte Stunden dauern, bevor hier wieder das Licht anging. Viel zu lange, um heute noch mit Hilfe bei der WLAN-Installation rechnen zu können.
DAS hatte ich nicht gemeint, als ich, wie so oft, darüber nachdachte, wie gern ich doch jetzt in New York wäre. Wirklich nicht.
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New York State of Mind
2003-08-15
23:02
Heute war einer dieser Tage, an denen mich Mr. Murphy offensichtlich ganz besonders konzentriert ins Visier genommen hatte, um der Welt die Wirksamkeit seines hinterlistigen Gesetzes zu demonstrieren. Vielleicht hätte ich auch einfach weniger enthusiastisch aus dem Bett springen, bzw. von der Matratze rollen sollen.Aber schließlich hatte Heiko, der Mann der alles kann, sein Kommen für 10 Uhr morgens angekündigt und die Telekom wollte pünktlich meinen DSL-Anschluß freischalten. Splitter, WLAN-Router, zahllose Installations-CDs und ähnlich furchteinflößendes Zeugs standen schon seit Tagen in meiner Schreibstube herum. Ich sah aufgeregt (und reichlich naiv) einer rosigen Zukunft mit atemberaubend schneller Flatrate entgegen - und mich schon dekorativ bei Kerzenschein surfend auf das rote Sofa drapiert.
Zusammen mit Heiko schlich sich pünktlich um 10 Uhr Mr. Murphy mit einem gehässigen Grinsen durch die Tür. Die Installation der Hardware sah auf den ersten Blick tatsächlich nicht kompliziert aus, auf den zweiten Blick mußten wir dann feststellen, daß ich eine uralte Telefondose habe, die noch aus den Kindertagen privater Telephonie stammen mußte.
Mein Vormieter hatte die ISDN-Anlage zwar mit viel Draht und noch mehr Kreativität angebastelt, doch der vorliegende Standardstecker wollte auch mit viel Überredungskunst nicht mal in die Nähe der Uralt-Dose gehen. Das Callcenter versprach, innerhalb der nächsten Wochen (!) einen Mitarbeiter vorbeizuschicken, der die Dose gegen ein zeitgemäßes Modell tauschen sollte.
Erst die fünfte Mitarbeiterin zeigte überraschend viel Verständnis und verwies mich an die Störungsstelle. "Eine funktionierende Dose ist aber keine Störung." - "Ich fühle mich aber extrem gestört. Und ich fürchte, ich werde Sie auch extrem stören müssen." Man versprach, mir am Abend einen Mitarbeiter vorbeizuschicken.
Gegen 18:30 Uhr tauchte dann auch tatsächlich ein sehr freundlicher Mitarbeiter des Entstörungs-Kommandos auf und meine rosigen Träume rückten wieder in greifbare Nähe. Er wechselte die Dose aus, warf einen Blick auf meine Hardware, einen etwas längeren auf meinen verzweifelten Gesichtsausdruck und bot mir an, alles drumherum auch noch schnell zu installieren. "Ist eh meine letzte Schicht heute."
Ich kochte Kaffee, der freundliche junge Mann ließ sich an meinem Rechner nieder, Mr. Murphy verzog gehässig das Gesicht - und der Strom war weg. Nicht nur bei mir, sondern im gesamten Viertel. Und es sollte Stunden dauern, bevor hier wieder das Licht anging. Viel zu lange, um heute noch mit Hilfe bei der WLAN-Installation rechnen zu können.
DAS hatte ich nicht gemeint, als ich, wie so oft, darüber nachdachte, wie gern ich doch jetzt in New York wäre. Wirklich nicht.
Chandler - 2003-08-15 17:59:53
OMG!!!
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OMG!!!
Axel - 2003-08-16 04:17:43
Arme Lyssa! Hat's denn dann wenigstens noch funktioniert nachdem der Strom wieder an ging?
Und - magst du Billy Joel? :)
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Arme Lyssa! Hat's denn dann wenigstens noch funktioniert nachdem der Strom wieder an ging?
Und - magst du Billy Joel? :)
Liisa - 2003-08-16 08:26:30
*lach* ... Du Ärmste!! Mir ist aufgefallen, daß Du gar nicht geschrieben hast, daß der nette junge Mann gegangen ist, nachdem der Strom ausgefallen war. ;o)) Nee... kleiner Scherz am Rande! Ich glaub man müßte mittlerweile doch ein Buch herausgegeben können mit Geschichten rund um die Installation von DSL ... was da viele erlebt haben, Du lachst Tränen ... bis es Dich selber trifft ;o)
P.S. Mich hat es schon getroffen, aber es war nicht so "lustig" wie bei Dir. Schönes Wochenende Lyssa... mach das Beste draus - auch ohne DSL :)
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*lach* ... Du Ärmste!! Mir ist aufgefallen, daß Du gar nicht geschrieben hast, daß der nette junge Mann gegangen ist, nachdem der Strom ausgefallen war. ;o)) Nee... kleiner Scherz am Rande! Ich glaub man müßte mittlerweile doch ein Buch herausgegeben können mit Geschichten rund um die Installation von DSL ... was da viele erlebt haben, Du lachst Tränen ... bis es Dich selber trifft ;o)
P.S. Mich hat es schon getroffen, aber es war nicht so "lustig" wie bei Dir. Schönes Wochenende Lyssa... mach das Beste draus - auch ohne DSL :)
Sachar - 2003-08-16 15:06:22
New York, New York. I love New York.
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New York, New York. I love New York.
Thomas - 2003-08-16 18:04:31
Klappt es jetzt wenigstens?
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Klappt es jetzt wenigstens?
Thomas - 2003-08-16 18:18:02
Und einen hab ich auch beizutragen (zum Thema "rosa Gefahr"):
Als ich in meine neue Wohnung einzog, bestellte ich umgehend ein Rundum-Sorglos-Paket (ISDN XXL + TDSL 1500) bei meinem Lieblingsdealer (1&1). Die logische Konsequenz einer Anschlussbestellung bei Neueinzug: Es handelte sich um einen Neuanschluss. Das Formular von 1&1 sah derartiges jedoch nicht vor, also rief ich voller unguter Vorahnungen deren Hotline an.
Die freundliche aber leider recht inkompetente Mitarbeiterin sagte mir "da brauchen wir die Telefonnummer und den Inhaber des alten Anschlusses". "Hab ich" konterte ich. Sie weiter: "Da müssen Sie eine '0' in das Feld 'Telefonnummer' eintragen und drunter die Daten der vorherigen Anschlussinhaberin." Ich tat wie befolen und schickte das Formular per Fax an 1&1 (soll dieser Name eigentlich aussagen, dass die nicht bis 2 zählen können). Logischerweise trug ich unter Kontaktrufnummer mein Handy ein (einen Festnetzanschluss beabsichtigte ich ja gerade erst zu bestellen).
3 Tage danach rief ich erneut die 1&1 Hotline an, um mich nach dem Status meines Auftrages zu erkundigen. Der wesentlich kompetentere Call-Center-Agent bekam plötzlich einen Lachanfall. Ungute Gefühle kamen in mir hoch... "Was ist denn?"... "Tjaa, die Telekom hat Ihren Aufgang zurückgehen lassen mit dem Vermerk, dass auf ein Handy weder ISDN XXL noch DSL geschaltet werden kann". Ich brauchte einige Sekunden bis ich das wirklich verstand, denn selbst der Telekom hätte ich soviel Dummheit nicht zugetraut.
Also bestellten wir das ganze noch mal in der Hoffnung, dass ich in Kürze mit vollen 1,5 MBit durch den Hyperspace surfen und Sonntags kostenlos telefonieren kann.
Doch die Telekom rächte sich schrecklich, da ich es wagte ein zweites mal zu bestellen. Misstrauisch geworden rief ich nämlich nach 3 weiteren Tagen an, um devot zu erfragen, wann ich denn endlich meinen Telefonanschluss bekäme. 3 weitere Tage sollte es dauern. "Und DSL?"... "4 Wochen"... Oh graus! 4 Wochen um einen dappichen Port freizuschalten.
Nungut, als ich nach 2 Wochen keine Post bzgl. meines DSL Anschlusses bekam (Telefon hatte ich immerhin nach einer Woche schonmal), rief ich erneut an... um zu erfahren, dass die blöde Kuh (sorry!) beim letzten Anruf die ganze Bestellung stornierte. Meine Tischplatte ist jetzt noch mit den Abdrücken meines Gebisses dekoriert.
Immerhin hatte ich dann nach ca. 5 Wochen DSL. Hooray. Wenn die USA das Stromnetz eines Entwicklungslandes hat, haben wir einen Telefonmonopolisten selbiger Güte...
P.S. Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten!
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Und einen hab ich auch beizutragen (zum Thema "rosa Gefahr"):
Als ich in meine neue Wohnung einzog, bestellte ich umgehend ein Rundum-Sorglos-Paket (ISDN XXL + TDSL 1500) bei meinem Lieblingsdealer (1&1). Die logische Konsequenz einer Anschlussbestellung bei Neueinzug: Es handelte sich um einen Neuanschluss. Das Formular von 1&1 sah derartiges jedoch nicht vor, also rief ich voller unguter Vorahnungen deren Hotline an.
Die freundliche aber leider recht inkompetente Mitarbeiterin sagte mir "da brauchen wir die Telefonnummer und den Inhaber des alten Anschlusses". "Hab ich" konterte ich. Sie weiter: "Da müssen Sie eine '0' in das Feld 'Telefonnummer' eintragen und drunter die Daten der vorherigen Anschlussinhaberin." Ich tat wie befolen und schickte das Formular per Fax an 1&1 (soll dieser Name eigentlich aussagen, dass die nicht bis 2 zählen können). Logischerweise trug ich unter Kontaktrufnummer mein Handy ein (einen Festnetzanschluss beabsichtigte ich ja gerade erst zu bestellen).
3 Tage danach rief ich erneut die 1&1 Hotline an, um mich nach dem Status meines Auftrages zu erkundigen. Der wesentlich kompetentere Call-Center-Agent bekam plötzlich einen Lachanfall. Ungute Gefühle kamen in mir hoch... "Was ist denn?"... "Tjaa, die Telekom hat Ihren Aufgang zurückgehen lassen mit dem Vermerk, dass auf ein Handy weder ISDN XXL noch DSL geschaltet werden kann". Ich brauchte einige Sekunden bis ich das wirklich verstand, denn selbst der Telekom hätte ich soviel Dummheit nicht zugetraut.
Also bestellten wir das ganze noch mal in der Hoffnung, dass ich in Kürze mit vollen 1,5 MBit durch den Hyperspace surfen und Sonntags kostenlos telefonieren kann.
Doch die Telekom rächte sich schrecklich, da ich es wagte ein zweites mal zu bestellen. Misstrauisch geworden rief ich nämlich nach 3 weiteren Tagen an, um devot zu erfragen, wann ich denn endlich meinen Telefonanschluss bekäme. 3 weitere Tage sollte es dauern. "Und DSL?"... "4 Wochen"... Oh graus! 4 Wochen um einen dappichen Port freizuschalten.
Nungut, als ich nach 2 Wochen keine Post bzgl. meines DSL Anschlusses bekam (Telefon hatte ich immerhin nach einer Woche schonmal), rief ich erneut an... um zu erfahren, dass die blöde Kuh (sorry!) beim letzten Anruf die ganze Bestellung stornierte. Meine Tischplatte ist jetzt noch mit den Abdrücken meines Gebisses dekoriert.
Immerhin hatte ich dann nach ca. 5 Wochen DSL. Hooray. Wenn die USA das Stromnetz eines Entwicklungslandes hat, haben wir einen Telefonmonopolisten selbiger Güte...
P.S. Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten!
Lyssa - 2003-08-17 04:11:55
@Axel: Telefon funktioniert wieder, aber DSL noch nicht. Vermutlich wird der arme Heiko noch mal zu Hilfe eilen müssen. Und natürlich mag ich Billy Joel :-)
@Liisa: Der nette Telekom-Mann ist tatsächlich noch etwa 15 Minuten geblieben - ich nehme mal an, in der Hoffnung der Strom würde schnell zurückkehren. Aber länger nicht, wirklich nicht *lach*
@Thomas: Willkommen in der Riege der oberporno Gastschreiber ;-))
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@Axel: Telefon funktioniert wieder, aber DSL noch nicht. Vermutlich wird der arme Heiko noch mal zu Hilfe eilen müssen. Und natürlich mag ich Billy Joel :-)
@Liisa: Der nette Telekom-Mann ist tatsächlich noch etwa 15 Minuten geblieben - ich nehme mal an, in der Hoffnung der Strom würde schnell zurückkehren. Aber länger nicht, wirklich nicht *lach*
@Thomas: Willkommen in der Riege der oberporno Gastschreiber ;-))
@Lyssa - 2003-08-18 05:56:06
oberporno? :-)
Und wenn ich dir per remote bei Einrichten helfen kann, lass es mich einfach wissen.
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oberporno? :-)
Und wenn ich dir per remote bei Einrichten helfen kann, lass es mich einfach wissen.